„Die Uhr tickt!“ – „Wacht endlich auf!“ – „Eilt!“ – „Es ist schlimmer, als ihr denkt!“ – „Es geht um alles!“
Viele Überschriften in den Medien klingen so, als stünde die Welt – und vor allem Deutschland – kurz vor dem Untergang.
Dieser knallharte und aufdringliche Lärm erzeugt Angst und Beklemmung.
Ich habe mich entschieden: Ich muss nicht jedem Alarm meine Aufmerksamkeit schenken. Was davon betrifft mich in diesem Augenblick tatsächlich? Früher gab es den Spruch: „Was interessiert es mich, wenn in China ein Sack Reis umfällt?“ Viele Ereignisse kann ich auch dann nicht im Geringsten beeinflussen, wenn ich alles darüber weiß.
Das ist weder ein Kopf-in-den-Sand-Stecken noch ein Ignorieren der Tatsachen, sondern mein persönliches Selbstschutzprogramm.
Die Medien träufeln täglich Gift und Angst in die Gesellschaft. Ich wähle etwas anderes.
Wenn es mir zu laut wird, nehme ich meinen Füller in die Hand. Ich schreibe die schönen Momente auf und mache mir bewusst, dass ich genau jetzt keinen Grund zur Angst, sondern viele Gründe zur Freude habe. Schließlich bin ich bis hierher gekommen – obwohl es seit 2020 beinahe täglich so wirkt, als wollten uns wahlweise die Russen, die Banken oder irgendwelche Eliten den Garaus machen.
Und siehe da: Ich lebe noch. Mehr noch – ich lebe gern.
Ich feiere die Zeit mit meiner Familie, beobachte Tiere und grinse Blumen an. Ich grüße Menschen in meiner Umgebung mit einem Lächeln und freue mich, wenn ihre Gesichter heller werden. Wenn ich Zeit habe, gönne ich mir zwei Kugeln Eis, radle durch den Wald, hole tief Luft – kostenlos und im Überfluss vorhanden – und nähre meinen Geist mit schönen Bildern, Worten und Ideen.
Der größte Segen ist für mich die Erkenntnis, dass ich mit wenig glücklich sein kann. Ich brauche nicht immer mehr, um mich reich zu fühlen. Im Gegenteil: Oft ist weniger tatsächlich mehr. Die Gier flüstert uns ein, dass noch etwas fehlt, und macht uns dadurch unzufrieden.
Dankbarkeit dagegen zeigt mir, was längst da ist.
Fazit: Wer mit wenig glücklich sein kann, besitzt eine Freiheit, die man für kein Geld der Welt kaufen kann.
Es ist meine eigene Aufgabe, gut für mich zu sorgen. Ich darf das Medienbuffet stehen lassen oder mir davon nur eine kleine, bekömmliche Portion nehmen. Stattdessen kann ich mich mit dem nähren, was mir wirklich guttut.
Nun frage ich dich: Wie lange würde es dauern, bis ein Mensch innerlich ruhiger wird, wenn er das Handy und den Computer öfter ausgeschaltet lässt, keine Zeitung aufschlägt und sich wieder den einfachen Dingen zuwendet?
Ich habe keine Ahnung. Aber bei mir ist es zur Gewohnheit geworden. Und was soll ich sagen?
Es geht mir gut und ich bekomme mein Leben geregelt. Meine Gedanken richten sich auf das, was ich möchte, und darauf, wie ich meine Aufgaben bewältigen kann – nicht auf die Probleme anderer, die ich ohnehin nicht lösen kann.
Das Gute daran ist, dass ich jeden Augenblick bewusster wahrnehme, gestalte und feiere. Denn jeder Moment ist wertvoll und einzigartig – genau wie ich und du.
Wertvoll und einzigartig – das bist du.

