Notfallhilfen bei mentaler Überlastung

 

Manchmal ist mir das Leben einfach zu viel – zu laut, zu schnell und viel zu grell.
Informationen prasseln ungefragt von außen auf mich ein, wilde Gedanken kreisen ohne Pause, und mein Körper beginnt, sich zusammenzuziehen. Der Atem wird flach, Enge breitet sich aus, und dann ist sie da: die Angst.

Manchmal fühlt sie sich so überwältigend an, dass ich nicht nur Angst habe – sondern glaube, ich bin dieses Gefühl. So intensiv und körperlich, so allgegenwärtig regiert es in diesem Moment.

Ich wende mich nach innen und stelle mir die simple Frage: Was kann ich jetzt tun? Diese Frage geht an jene Instanz in mir, die mich schon immer kennt, die genau weiß, wie ich Schritt für Schritt wieder aus diesem Zustand herausfinde.

Ziel jeder Notfallhilfe ist es, meinen Parasympathikus zu aktivieren – jenen Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Sicherheit zuständig ist.

Die folgenden Methoden sind alltagstauglich, einfach umzusetzen und können auch dir helfen, wieder Boden unter den Füßen zu spüren.


1. Ruhiges Atmen – die schnellste Hilfe

Dein Atem ist der direkteste Zugang zum Nervensystem. Schon wenige Minuten bewusster Atmung können das Stresslevel senken. Du mußt nur dran denken und eine Gewohnheit daraus machen.

Kurze Atemmethode (3–4-6-Atmung):

  • Atme 3 Sekunden durch die Nase ein, halte die Luft sanft an und zähle bis 4

  • Atme nun 6 Sekunden langsam durch den Mund aus.

  • Wiederhole dies 5–10 Atemzüge lang.

Die verlängerte Ausatmung signalisiert dem Körper Sicherheit. Herzschlag und Gedanken können sich dadurch spürbar beruhigen.

Mein Tipp: Lege eine Hand auf deinen Bauch und die andere auf dein Herz. Deine Hände haben magische Kräfte, die zu deinem Wohlbefinden beitragen. 


2. Sinneswahrnehmung – zurück ins Hier und Jetzt

Bei Überforderung bin ich meistens nur noch im Kopf unterwegs. Die Übung der Sinneswahrnehmungen holt mich zurück ins Hier und Jetzt.

Stelle dir nacheinander folgende Fragen:

  • Was sehe ich gerade? (Farben, Formen, Licht)

  • Was höre ich? (nahe und ferne Geräusche)

  • Was spüre ich körperlich? (Kontakt der Füße mit dem Boden, deine Kleidung auf der Haut)

  • Was rieche ich?

 Hier ist pure Analytik gefragt. Du musst nichts bewerten oder analysieren - einfach nur wahrnehmen.

Diese Form des achtsamen Beobachtens hilft deinem Gehirn, in wenigen Minuten aus dem Alarmmodus auszusteigen.


3. Ein beruhigendes Mantra

Wie du bereits durch das Schreiben weißt: Worte haben Wirkung. Besonders dann, wenn du positive, gesunde Wörter regelmäßig wiederholst. Das Wort “Danke“, Liebe oder von mir aus Jesus Christus immer wieder zu sprechen oder zu denken, bringt Ruhe ins System. 

Ein bewährtes Mantra von dem französischen Apotheker und Psychologe Émil Coué de la Châtaigneraie lautet:

„Mir geht es von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.“

Leise oder innerlich gesprochen lenkt dieser Satz meinen Blick sanft auf die positiven Aspekte meines Lebens. Es geht dabei nicht darum, Gefühle zu unterdrücken oder mir etwas einzureden, sondern meinem Nervensystem eine freundliche, sichere Richtung anzubieten.

Diese Methode nutze ich präventiv, ganz nebenbei im Alltag, etwa beim Autofahren oder beim Kochen. Gerade dann entfaltet sie ihre Wirkung besonders gut. Der Verstand tritt einen Schritt zurück und das ständige Analysieren verliert an Macht. Ich spüre direkt, wie mir die bewusste Wiederholung guttut, weil sie dem ungesunden Dauerdenken für einen Moment den Stecker zieht.


4. Kreative Tätigkeiten zur Selbstregulation

Monotone, rhythmische oder kreative Tätigkeiten wirken direkt und beruhigend auf dein vegetative Nervensystem.

Besonders hilfreich sind:

  • Stricken oder Häkeln

  • Malen oder Zeichnen

  • Basteln

  • und natürlich ruhiges Schreiben

Diese Tätigkeiten lenken deinen Fokus auf eine konkrete Handlung. Sie fördern Konzentration, Rhythmus und innere Ordnung. Das Gehirn darf vom dauernden Denken ins aktive Tun wechseln.

Immer dann, wenn deine Hände tätig sind, geschieht mehr, als man vermutet: Mit jeder Bewegung deiner Fingerspitzen wird deins Gehirn stimuliert. In den Fingerspitzen befinden sich besonders viele Nervenenden, die in direkter Verbindung zu verschiedenen Hirnarealen stehen.

Dadurch wird nicht nur ein einzelner Bereich aktiviert – vielmehr wird das gesamte Gehirn mit einbezogen und in einen regulierenden, ausgleichenden Zustand geführt.


5. Wenn innere Unruhe bleibt

Manchmal reicht das alles noch nicht aus. Dann können sanfte naturheilkundliche Unterstützungen begleitend hilfreich sein.

  • Bachblüten zur emotionalen Stabilisierung

    Bachblüten werden häufig zur Unterstützung der emotionalen Balance eingesetzt. Sie zielen nicht auf körperliche Symptome ab, sondern auf innere Zustände wie Angst, Überforderung oder innere Unruhe. Viele Menschen nutzen sie begleitend in belastenden Phasen, um wieder mehr Stabilität und Selbstregulation zu erleben.

    Einige bewährte Bachblüten sind:

    Rock Rose
    Wird häufig bei starker innerer Anspannung, Panikgefühlen oder plötzlicher Angst eingesetzt. Sie kann helfen, das Nervensystem aus dem Alarmzustand herauszuführen und innere Erstarrung zu lösen.

    Mimulus
    Diese Blüte wird traditionell bei konkreten Ängsten verwendet – etwa vor Situationen, Gesprächen oder bestimmten Ereignissen. Sie kann dabei unterstützen, wieder mehr innere Sicherheit und Mut zu entwickeln.

    Aspen
    Kommt oft bei diffusen, nicht greifbaren Ängsten zum Einsatz. Wenn Unruhe spürbar ist, ohne einen klaren Auslöser benennen zu können, wird Aspen als stabilisierend empfunden.

    White Chestnut
    Geeignet bei kreisenden Gedanken und innerem Dauerdenken. Sie kann helfen, mentale Überaktivität zu beruhigen und dem Geist wieder Pausen zu ermöglichen. Das ist besonders hilfreich bei Einschlafproblemen.

    Walnut
    Wird häufig in Zeiten von Veränderung genutzt. Sie kann unterstützen, äußere Einflüsse besser abzugrenzen und emotionale Stabilität in Übergangsphasen zu fördern.  

  • Calmvalera® Tropfen (Hevert) sind ein homöopathisches Komplexmittel, das beruhigend auf das Nervensystem wirken und den Schlaf unterstützen kann. Das bekommst du in jeder Apotheke oder über Amazon. 

Wichtig: Diese Mittel ersetzen keine medizinische oder therapeutische Behandlung.
Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass sie als begleitende Unterstützung als sehr hilfreich erlebt werden können – besonders dann, wenn das Nervensystem Entlastung braucht und sanfte Impulse ausreichend sind.


6. Schreibbewegung und Nervensystem 

 

 

Unsere Handschrift spiegelt innere Zustände wider. Gleichzeitig liegt darin eine große Chance: Durch Bewusstsein und gezielte Übung können diese Muster aktiv beeinflusst werden. Schreiben wird so nicht nur Ausdruck des Inneren, sondern auch ein sanfter Weg, innere Prozesse bewusst zu erkennen und neue Impulse im Nervensystem zu setzen.

Welche Buchstaben können besonders unterstützend wirken, wenn Angst im Vordergrund steht?

 

G – Georgius

Georgius steht für das väterliche Prinzip und für ein offenes Herz. Sein zentrales Thema ist die Dankbarkeit. Eine kraftvolle Ressource bei Angstzuständen.

Ihm sind zwei Affirmationen zugeordnet:

  • Ich bleibe offen und traue meiner Wahrnehmung.

  • Ich bin dankbar für jede Kleinigkeit in meinem Leben.

Angst entsteht häufig aus der Sorge, etwas zu verlieren: Sicherheit, Gesundheit, Geld, Beziehungen oder Kontrolle. Dankbarkeit wirkt hier wie eine  Gegenbewegung. Sie lenkt den Blick weg vom Mangel hin zu dem, was im Moment vorhanden ist. Das kann dein Nervensystem spürbar entlasten. Oft entsteht so wieder ein erstes Licht am Ende des inneren Tunnels.

 

Der Buchstabe M – Malaika

Malaika bedeutet übersetzt Bote des Lichts. Ich habe dieses Symbol „die Sorglose“ genannt. Der Buchstabe besteht aus drei weichen Bögen, die sich voneinander öffnen.

Diese Bögen stehen symbolisch für Beziehungsebenen:

  • der erste für dich selbst

  • der zweite für Familie oder Partnerschaft

  • der dritte für das weitere Umfeld

Der entstehende Abstand fördert Mitgefühl – jedoch ohne Selbstaufgabe. Die runden Formen unterstützen Herzenergie, emotionale Durchlässigkeit und das Zulassen von Gefühlen. Du selbst, mit deinen Bedürfnissen, stehen an erster Stelle. Das ist kein Egoismus, sondern gesunde Selbstfürsorge. 

Malaika erinnert dich daran, deine Gefühle nicht zu verdrängen, sondern ihnen bewusst zu begegnen: wahrnehmen, annehmen, akzeptieren, was gerade ist. Nichts bleibt, wie es ist.

Ihre zentrale Botschaft lautet:
Ich kann und muß nicht alles kontrollieren.

Diese Erkenntnis kann – so paradox es klingt – in spürbare Leichtigkeit führen. Wer sich dem Leben anvertraut, statt permanent dagegen anzukämpfen, entlastet Körper und Geist.

Beim handschriftlichen Schreiben entsteht dabei eine stabile Beziehung zu sich selbst. Diese simple Methode hilft, sich immer wieder neu auszurichten – ruhig, präsent und im eigenen Tempo.


Zum Schluss

Nicht jede Methode hilft immer gleich gut. Entscheidend ist, mehrere Werkzeuge zur Verfügung zu haben – wie einen inneren Notfallkoffer.

Manchmal reicht ein Atemzug, manchmal braucht es Stille, Bewegung, Worte oder Unterstützung von außen.

Wichtig ist nur eines: Du musst da nicht allein da durch. Dein Nervensystem darf lernen, dass Sicherheit wieder möglich ist – Schritt für Schritt.


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden bitte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.