Penelope - die Selbstliebende - Schreiben als Akt der Selbstannahme

Beginnt dein Vorname mit einem P? Gratulation. Selbstliebe darf bei dir großgeschrieben werden. Worum geht es bei diesem Buchstaben im Detail? 

Um das grenzenlose Annehmen dessen, wer und wie du jetzt gerade bist.

Wenn ich das hier schreibe, muss ich schmunzeln. Es klingt so leicht, und doch fällt es vielen Menschen schwer, sich selbst zu mögen. War das schon immer so, oder ist es ein Phänomen, das durch das Zeitalter der Medien einfach sichtbarer geworden ist?

Warum glaubt ein Mensch, nicht gut genug zu sein, keine Fehler machen zu dürfen oder keine Wut und Frustration zeigen zu können, ohne sich dafür auch noch zu schämen oder schlecht zu fühlen?

Durch das kontinuierliche Schreiben habe ich – und mit mir viele andere – gelernt, das Warum weniger wichtig zu nehmen und stattdessen die Veränderung in den Vordergrund zu stellen. Es geht mir nicht darum, alles zu verstehen, sondern darum, meinen Blickwinkel zu verändern und mir selbst und meinem Leben wieder Priorität zu geben.

Darf ich das? Manche spirituellen Lehrer sagen, man habe es dabei nicht mit sich selbst zu tun, sondern mit dem Ego – und das gelte als etwas grundsätzlich Negatives. Wie auch immer.

Wenn ich mich selbst, mein Denken und Handeln, meine Gefühle und Wahrnehmungen besser kennenlerne, entsteht eine gesunde Beziehung zu dem Menschen, mit dem ich es immer zu tun habe und immer zu tun haben werde: mir selbst.

 

 

Pp - Penelope gehört zur Familie der Kommunikation Aa, Oo, Dd, Gg, Qq und Pp. Das heißt: Menschen spüren, ob jemand sich selbst mag,

akzeptiert oder innerlich gegen sich kämpft. Und wie sehr lieben wir es, wenn jemand über seine Schwächen lachen und Fehler verzeihen kann?

Diese Fähigkeit lässt sich trainieren. 

Beginne jedes P p mit einer klaren, geraden Linie von oben nach unten, minimal nach rechts geneigt. Diese absichtliche Geradlinigkeit symbolisiert in allen Buchstaben, die diese Linie enthalten, dein inneres Rückgrat. Sie fördert eine nüchterne, analytische und pragmatische Sicht auf Dinge, Situationen und Menschen.

Links von der Linie liegt das Gestrige, rechts davon das Kommende. Du ziehst die Linie präsent im Hier und Jetzt.

 

Im Anschluss formt Penelope weiche, geräumige Halbkugeln, die sich zum Ende hin nach rechts öffnen. Das ist wichtig, denn so richtet sich auch dein gegenwärtiger Blick immer wieder nach vorne. Halbe oder ganze „Kugeln“ in Buchstaben eröffnen innere Räume. Mit bauchigen Formen förderst du weibliche Qualitäten wie Sanftmut, eine ruhige Stimme, weitsichtige Überlegungen und das achtsame Annehmen intuitiver Wahrnehmungen.

Du weißt etwas, ohne es begründen zu müssen.

Männer wie Frauen tragen beide Gehirnhälften in sich: die rationale, eher analytische linke Seite und die kreative, intuitive rechte.

Runde, weibliche Formen erinnern dich an deine Fähigkeit, Intuition und Bauchgefühl wahrzunehmen und in eine ruhige Verbindung mit dem Körper zu kommen. Sie laden dazu ein, tiefer in den Bauch zu atmen, das Tempo zu verlangsamen und wieder bei dir anzukommen.

In diesen Rundungen liegt das Empfangende, das Zulassende und das Annehmende.

Wenn sich steile Linien und weiche Rundungen im Schreiben verbinden, entsteht ein Gleichgewicht. Und - du selbst verwandelst Information in Erinnerung. Etwas wird nicht nur geformt, sondern innerlich verknüpft. Darin liegt die Kraft jedes einzelnen Buchstabens.

 

Penelope möchte dich bei der Hand nehmen und dir, allem voran, die Bürde des Vergleichens abnehmen. Sie erinnert dich freundlich daran, dass du dich nicht mit anderen messen musst, um liebenswert zu sein. Du brauchst keine Ideale denn deine Seele hat eine eigene Mission.

Jeder von uns hat Stärken und Schwächen, Ängste, Begrenzungen, Frustrationen oder manchmal schlechte Laune.

Mensch sein heißt auch, Fehler machen zu dürfen. Mehr noch: Wir müssen es sogar um uns ständig weiterzuentwickeln.

Die Seele führt dich und mich durch alle Bandbreiten des Menschseins. Dazu gehören Schmerz und Freude, Lust und Launen, Nähe und Rückzug.

All das ist menschlich gehört einfach zum Leben dazu.

Und selbst wenn das „Sich-lieb-haben“ gerade nicht gelingt, ist das kein Drama. Auch das darf gefühlt und angenommen werden. Wie oft spürst du oder sagst dir bewusst, dass du wundervoll bist, was du an dir magst und was du gut kannst? Richtet sich dein Blick auch darauf – oder bleibt er meist bei den vermeintlich schlechten Dingen hängen?

Wäre es nicht ein Segen, den inneren Kampf wahrzunehmen und Frieden mit dir selbst zu schließen? Deinen liebevollen Blick auf all deine Stärken zu richten – die es reichlich gibt – und ruhig mit ihnen zu atmen? Nichts und niemanden verändern zu müssen, sondern aufzuschreiben, was gerade ist.

Alles und jeder befindet sich in einem fortlaufenden Prozess der Entwicklung. Vertraue, atme ruhig und lächle – für dich und für andere.

 

               „Wer sich selbst kennt, kennt genug.“

 

                                         Michel de Montaigne

 

Was sind deine Stärken und Schwächen? Es ist eine wohltuende Übung, sie während der Schreibübungen auf ein Blatt Papier zu bringen und immer wieder zu aktualisieren. Du wirst staunen, wie viel sich dabei über vierzig Tage hinweg zeigt und wie sehr du dich selbst besser kennen und schätzen lernst.

Richtet sich der Blick ständig nach außen, verliert man sich leicht darin. Vielleicht ist es genau das, was wir als Schmerz empfinden.

Wenn ich meine Katzen beobachte, stelle ich fest, dass sie mit dem Sich-lieb-haben deutlich weniger hadern als ich an manchen Tagen.

Ich nehme sie mir gern als Beispiel, wenn ich mich dabei ertappe, mich nach meinen heutigen Leistungen zu bewerten. Ja, auch ich neige manchmal dazu. Doch ich erkenne es, lächle mir dennoch freundlich im Spiegel zu und atme weiter.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude mit Penelope - der Selbstliebenden. 

Liebe Grüße 

Marika Jacqueline Mitterhofer